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	<title>Ärzte-Ärger.de - Das Portal für Patienten und Geschädigte &#187; Thema des Monats</title>
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		<title>Wie neutral sind Gutachter?</title>
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		<pubDate>Mon, 10 Nov 2014 08:27:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Großmann]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Thema des Monats]]></category>

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		<description><![CDATA[Gutachter sind bei Gericht unerlässlich; ihrer Tätigkeit kommt bei Gerichtsverfahren häufig eine entscheidende Rolle zu. Die Beweiserhebung durch Sachverständige ist in den §§ 402 – 413 ZPO geregelt. Gutachter werden beauftragt, wenn dem Gericht die medizinische, psychologische oder psychiatrische Sachkunde fehlt. Ihre Aufgabe ist es, unabhängig und neutral zu einer konkreten Fragestellung des Gerichts Stellung [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Gutachter sind bei Gericht unerlässlich; ihrer Tätigkeit kommt bei Gerichtsverfahren häufig eine entscheidende Rolle zu. Die Beweiserhebung durch Sachverständige ist in den §§ 402 – 413 ZPO geregelt.</p>
<p style="text-align: justify;">Gutachter werden beauftragt, wenn dem Gericht die medizinische, psychologische oder psychiatrische Sachkunde fehlt. Ihre Aufgabe ist es, unabhängig und neutral zu einer konkreten Fragestellung des Gerichts Stellung zu nehmen und ihren Sachverstand als Gehilfe des Richters mitzuteilen. Der Richter ist letztlich zwar nicht an die Einschätzung des Sachverständigen gebunden, in der Regel wird er ihr aber folgen. Theoretisch kommt den Gutachtern also eine wichtige verantwortungsvolle Rolle zu. Praktisch wird dies aber möglicherweise überschätzt. Denn welchen Wert haben die erstellten Gutachten, wenn die Gutachter bei ihrer Tätigkeit nicht die von ihnen erforderliche Neutralität an den Tag legen?</p>
<p style="text-align: justify;">Eine Befragung von Gutachtern hat aufgezeigt, dass manche von ihnen bei der Auftragserteilung vom Gericht (teilweise nur ein Einzelfällen, teilweise aber auch häufig) eine Tendenz signalisiert bekommen haben. Die Ergebnisse der Befragung von <strong>Jordan/Gresser</strong> werden in der Fachzeitschrift &#8220;Der Sachverständige&#8221; veröffentlicht. Selbstverständlich sollte der Gutachter sich trotz signalisierter Tendenz ein eigenes Bild von dem Fall und dem zu begutachtenden Problem machen, aber die durch das Gericht signalisierte Tendenz gewinnt an Einfluss, wenn man bedenkt, dass viele Gutachter wirtschaftlich von den Gutachtenaufträgen abhängig sind: Insgesamt gaben rund 22% der Sachverständigen an, mehr als 50% ihrer Einnahmen aus gutachterlichen Tätigkeiten zu erwirtschaften. Von denjenigen Gutachtern, die zugegeben hatten, entweder in Einzelfällen oder sogar häufig eine Tendenz vom Gericht genannt bekommen zu haben, waren es sogar ca. 40 Prozent, die angaben, etwa die Hälfte ihrer Einnahmen aus Gutachtertätigkeiten zu erzielen. Entscheidend ist natürlich noch, wie viele Gutachter denn bei den durch das Gericht erteilten Aufträgen eine Tendenz zu spüren bekamen. Insgesamt beläuft sich die Ziffer hier auf knapp 25 Prozent, wobei zwischen den einzelnen untersuchten Berufszweigen (darunter Zahnärzte, Humanmediziner, Psychologen und Psychiater) jedoch massive Unterschiede festzustellen waren.</p>
<p style="text-align: justify;">Es mehren sich inzwischen allerdings auch die Stimmen, die die Stichhaltigkeit der dargestellten Studie in Zweifel ziehen und die Ansicht vertreten, dass infolge der Befragung eine abstrakte Gefahr zu einer regelrechten Bedrohung dramatisiert werde. Wenn knapp 25 Prozent der Gutachter im Verlauf ihrer Gutachtentätigkeit einmal erlebt habe, dass der Richter eine Tendenz vorgegeben hat, so bedeute das schließlich auch, dass 75 Prozent der Gutachter solch eine Praxis noch nie erlebt hätten. Im Übrigen lasse sich wohl nur schwer feststellen, inwiefern die Gutachter im Falle einer signalisierten Tendenz ebendieser gefolgt sind und sich haben beeinflussen lassen.</p>
<p style="text-align: justify;">Abschließend lässt sich festhalten, dass die Rolle von Sachverständigen nach wie vor sehr wichtig und unerlässlich ist. Es stellt sich lediglich die Frage, wie der möglichen Gefahr der Einflussnahme durch die Gerichte und der infrage stehenden Neutralität der Gutachter (ggf. vorbeugend) zu begegnen ist. Hilfreich könnte zum Beispiel ein Katalog mit Mindestkriterien in fachlicher und persönlicher Hinsicht sein. Für die Festlegung einer Mindestqualifikation sprechen sich auch viele Gutachter selbst aus. Insgesamt würde es dem Begutachtungswesen nicht schaden, mehr Transparenz und Überprüfbarkeit zu gewährleisten.</p>
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		<title>Depressionen: Mehr Falschbehandlung geht kaum</title>
		<link>http://www.aerzte-aerger.de/depressionen-mehr-falschbehandlung-geht-kaum/</link>
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		<pubDate>Tue, 02 Sep 2014 10:22:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Großmann]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Thema des Monats]]></category>

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		<description><![CDATA[Unabhängig davon, ob man die Depression als neue Volkskrankheit ansieht oder sich anderen Stimmen anschließt, die für die Existenz der Depression evolutionäre Gründe anführen: Fest steht nun jedenfalls, dass kaum ein anderes Krankheitsbild so häufig falsch behandelt wird wie die Depression. In dem Zusammenhang hört man teilweise von zu häufigen Behandlungen, manchmal liest man konträr [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Unabhängig davon, ob man die Depression als neue Volkskrankheit ansieht oder sich anderen Stimmen anschließt, die für die Existenz der Depression evolutionäre Gründe anführen: Fest steht nun jedenfalls, dass kaum ein anderes Krankheitsbild so häufig falsch behandelt wird wie die Depression. In dem Zusammenhang hört man teilweise von zu häufigen Behandlungen, manchmal liest man konträr dazu aber auch von zu wenigen Behandlungen. So widersprüchlich diese Aussagen auch klingen mögen: es ist etwas Wahres dran. Während Patienten mit leichten Depressionen häufig mit zu vielen Psychopharmaka behandelt werden, wird die sachgerechte Behandlung schwerer Depressionen erschreckend oft vernachlässigt. Drei Viertel der Patienten mit schweren Depressionen werden unzureichend behandelt und viele schwer Depressive erhalten nur eine Monotherapie, also entweder Psychopharmaka oder Psychotherapie. Eine angemessene Kombinationsbehandlung aus Antidepressiva- und Psychotherapie mit entsprechender Mindestdauer bekommen nur 12%, und eine angemessene stationäre Behandlung nur 14%. Diese Missstände deckte eine neue Studie der<strong> Bertelsmann-Stiftung</strong> auf.</p>
<p style="text-align: justify;">Daneben wurden noch weitere gravierende Ungereimtheiten festgestellt:</p>
<p style="text-align: justify;">So wird jungen Menschen zwar schnell geholfen &#8211; sie bekommen zügig einen Therapieplatz -, doch zählen sie auch zu der Patientengruppe, die meist mehr Medikamente erhalten als ihnen guttut. Ältere Menschen hingegen haben große Probleme, an einen Therapieplatz zu kommen. Im Vergleich zu Jüngeren hat von den älteren Patienten nur ein geringer Bruchteil einen Psychotherapeuten gefunden. Mit zunehmendem Alter steigt vor allem das Risiko, dass die Depression gänzlich unbehandelt bleibt: 25% der über 60-jährigen Patienten mit schweren Depressionen erhalten gar keine Behandlung.</p>
<p style="text-align: justify;">Ein weiteres Problemfeld ist die Diagnosequalität. Diese lässt in der Mehrzahl aller Fälle zu wünschen übrig. Offenbar wird in vielen Fällen die Diagnose leichtfertig und undifferenziert gestellt. So wird etwa beispielsweise eine Depression diagnostiziert, aber deren Schweregrad nicht angegeben. Dies ist im Hinblick auf eine angemessene Behandlung fatal, denn ohne eine spezifische Diagnose kann man wohl kaum eine angemessene Behandlung bestimmen.</p>
<p style="text-align: justify;">Schlussendlich spielt auch der Wohnort eine entscheidende Rolle bei der Frage, ob ein Mensch als depressiv eingestuft wird. Ausgerechnet diejenigen Bundesländer, denen eine hohe Lebensqualität zugesprochen wird – nämlich Bayern und Baden-Württemberg -, weisen die höchsten Zahlen an Depressionsdiagnosen auf. Ob dies daran liegt, dass es dort tatsächlich mehr Depressive gibt? Das wird man wohl kaum annehmen können. Plausibler scheint die Erklärung, dass es dort eine höhere Anzahl an praktizierenden Ärzten und Psychologen gibt. Allerdings scheint dieser Erklärungsversuch im Widerspruch zu der Feststellung der Bertelsmann-Studie zu stehen, dass Kreise im Norden und in der Mitte Deutschlands höhere Raten an angemessen behandelten Patienten vorweisen können als der Osten und der Süden. Was der Grund für die deutlichen regionalen Unterschiede bezüglich der Diagnosestellung und der Behandlung ist, lässt sich an dieser Stelle nicht abschließend klären.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Studie der Bertelsmann-Stiftung zeigt auf, dass es rund um Depressionen vielfältige Probleme gibt. Dass aber gerade bei der Behandlung von Depressionen so vieles im Argen liegt, ist ein kaum erträglicher Zustand – handelt es sich bei Depressionen doch um eine der häufigsten und folgenreichsten Krankheiten. Fast jeder fünfte Mensch leidet im Laufe seines Lebens an einer Depression. Wird sie nicht ausreichend behandelt, kann sie einen chronischen Verlauf annehmen.</p>
<p style="text-align: justify;">Dramatisch sind außerdem die hohen Anzahlen an Suiziden infolge von Depressionen: etwa einer von sieben Menschen mit einer schweren depressiven Störung stirbt durch Suizid. Erfreulicherweise ging die Anzahl an Suiziden in den letzten Jahren zwar deutlich zurück, aber dennoch reden wir immer noch von ca. 10.000 Suiziden pro Jahr. Und jeder einzelne Fall ist einer zu viel.</p>
<p style="text-align: justify;">Jüngstes tragisches Beispiel ist der Hollywood-Star Robin Williams. Er nahm sich offenbar am 11.08.2014 nach jahrelangem Kampf gegen Alkoholprobleme und Depressionen das Leben.</p>
<p>Quellen:<br />
- „Zu viel, zu wenig“, Der Spiegel 12/2014<br />
- <a href="https://depression.faktencheck-gesundheit.de/fachinformation/zahlen-daten-fakten/">https://depression.faktencheck-gesundheit.de/fachinformation/zahlen-daten-fakten/</a><br />
-<a href="%20http://www.bertelsmann-stiftung.de/cps/rde/xchg/bst/hs.xsl/nachrichten_120516.htm"> http://www.bertelsmann-stiftung.de/cps/rde/xchg/bst/hs.xsl/nachrichten_120516.htm</a><br />
- <a href="http://www.focus.de/gesundheit/studie-in-deutschland-die-haelfte-der-depressiven-wird-nicht-richtig-behandelt_id_3699361.html">http://www.focus.de/gesundheit/studie-in-deutschland-die-haelfte-der-depressiven-wird-nicht-richtig-behandelt_id_3699361.html</a><br />
- <a href="http://www.sueddeutsche.de/wissen/kampf-gegen-die-depression-eine-graue-bilanz-1.126009">http://www.sueddeutsche.de/wissen/kampf-gegen-die-depression-eine-graue-bilanz-1.126009</a></p>
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		<title>Rückenbeschwerden und der zu schnelle Griff zum Skalpell. Können Medizinregister davor schützen?</title>
		<link>http://www.aerzte-aerger.de/rueckenbeschwerden-und-der-zu-schnelle-griff-zum-skalpell-koennen-medizinregister-davor-schuetzen/</link>
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		<pubDate>Thu, 14 Aug 2014 07:58:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Großmann]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Thema des Monats]]></category>

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		<description><![CDATA[Waren es im Jahr 2005 noch 326.962 Eingriffe, die an der Wirbelsäule vorgenommen wurden, so stieg die Zahl innerhalb weniger Jahre auf 734.644 im Jahr 2011 an. Das zeigt, dass heutzutage deutlich mehr Eingriffe an der Wirbelsäule vorgenommen werden, als noch vor wenigen Jahren. Dass die Häufigkeit an Rückenbeschwerden ebenso stark angestiegen ist, kann stark [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Waren es im Jahr 2005 noch 326.962 Eingriffe, die an der Wirbelsäule vorgenommen wurden, so stieg die Zahl innerhalb weniger Jahre auf 734.644 im Jahr 2011 an. Das zeigt, dass heutzutage deutlich mehr Eingriffe an der Wirbelsäule vorgenommen werden, als noch vor wenigen Jahren.</p>
<p style="text-align: justify;">Dass die Häufigkeit an Rückenbeschwerden ebenso stark angestiegen ist, kann stark bezweifelt werden. Deutlich näher liegt der Verdacht, dass der Griff zum Skalpell viel zu schnell erfolgt. Dabei sollte inzwischen hinlänglich bekannt sein, dass Operationen erst dann erfolgen sollten, wenn andere Behandlungsmaßnahmen (z.B. Physio- und Schmerztherapie) bereits ausgeschöpft wurden.</p>
<p style="text-align: justify;">Das gilt nicht nur für Rückenoperationen, sondern auch für andere operative Maßnahmen wie etwa den Einsatz von Hüft- oder Kniegelenksprothesen.<br />
Medizinregister können zwar keinen Schutz vor zu häufigen und voreiligen Griffen zum Operationsbesteck gewähren, aber sie können zumindest auf Dauer insgesamt zu einer Verbesserung der Versorgungsqualität führen.</p>
<p style="text-align: justify;">Eines der zahlreichen Medizinregister ist das Endoprothesenregister. Lief dieses zunächst nur im Probebetrieb mit ca. vierzig teilnehmenden Kliniken, können sich seit Anfang des Jahres 2014 bundesweit alle interessierten Krankenhäuser an dem Endoprothesenregister beteiligen. Bislang haben sich über 240 Kliniken angemeldet, die der Registerstelle einige Daten bezüglich der von ihnen durchgeführten Prothesenoperationen übermitteln. Die Datenbank umfasst derzeit mehr als 38.000 Einträge. Zu den Daten zählen der Barcode des Implantats sowie pseudonymisierte Patientendaten.</p>
<p style="text-align: justify;">So ist es in der Folge möglich, jedes einzelne transplantierte Produkt später wieder ausfindig zu machen und Patienten für den Fall, dass etwa Materialschwächen oder andere Produktmängel vorliegen (man denke an den Skandal mit den mangelhaften Brustimplantaten der französischen Firma PIP!) zu informieren. Außerdem kann durch ein solches Register nachgehalten werden, wie häufig die einzelnen Kliniken weitere Operationen durchführen, also wie häufig Revisionen und Wechseloperationen stattfinden.</p>
<p style="text-align: justify;">Im Hinblick auf die Vorzüge eines solchen Registers – namentlich zur Qualitätssicherung, der Verbesserung der Versorgungsqualität und der Weiterentwicklung der endoprothetischen Verfahren – bleibt zu hoffen, dass sich das Endoprothesenregister noch weiter durchsetzt. Ziel des Registers ist es laut dessen Geschäftsführer Prof. Dr. Joachim Hassenpflug, in Zukunft alle Eingriffe im Bereich der Endoprothetik – mithin etwa 400.000 jährlich – zu erfassen.</p>
<p style="text-align: justify;">Wo wir gerade schon beim Thema Register sind: Es gibt übrigens auch noch ein Traumaregister. In Deutschland gibt es bis zu 35.000 Schwerverletzte und in das Traumaregister sollen möglichst viele Daten über die Versorgung ebendieser Patientengruppe eingetragen werden. 572 Kliniken nehmen derzeit an der Registrierung teil und im Jahr 2012 wurden fast 29.000 Meldungen in das Register aufgenommen. Die Auswertung der Registerdaten hat ergeben, dass heutzutage deutlich mehr Schwerverletzte überleben als noch vor 20 Jahren: während in den neunziger Jahren jeder Vierte an den Folgen seiner schweren Verletzungen starb, überleben heute 9 von 10 Schwerverletzten. Auch Klinikabläufe konnten infolge der Registerauswertung verbessert werden.</p>
<p>Und welche Register hat die Medizinbranche noch zu bieten? Die Liste an medizinischen Registern ist endlos. Insofern seien hier nur einige wenige aufgeführt:</p>
<p>- Mukoviszidose-Register<br />
- Deutsches IVF-Register<br />
- Berliner Herzinfarktregister<br />
- Herzschrittmacher-Register<br />
- Multiple Sklerose Register<br />
- Deutsches Kinderkrebsregister<br />
- Deutsches Reanimationsregister</p>
<p>Quellen:<br />
- „Es muss nicht gleich das Skalpell sein“, FAZ vom 30.10.2013<br />
- Endoprothesenregister Deutschland:<a title="eprd" href="%20http://www.eprd.de/ " target="_blank"> http://www.eprd.de/ </a><br />
- <a title="Medizinregister" href="http://www.arztbibliothek.de/themenschwerpunkt/themen-von-a-z/medizinregister" target="_blank">http://www.arztbibliothek.de/themenschwerpunkt/themen-von-a-z/medizinregister</a></p>
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		<item>
		<title>Recht auf ärztliche Zweitmeinung</title>
		<link>http://www.aerzte-aerger.de/recht-auf-arztliche-zweitmeinung/</link>
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		<pubDate>Fri, 01 Aug 2014 11:03:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Großmann]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Thema des Monats]]></category>

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		<description><![CDATA[Rät ein Arzt oder eine Ärztin dem Patienten zu einer Operation, so wird dieser sich regelmäßig fragen, ob die Operation ihm auch wirklich nützt oder ob sie lediglich dazu dient, den Geldbeutel des Arztes zu füllen. Und tatsächlich liegt der Verdacht aufgrund der hohen Operationszahlen in Deutschland nicht fern, dass zu viele Operationen durchgeführt werden, [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Rät ein Arzt oder eine Ärztin dem Patienten zu einer Operation, so wird dieser sich regelmäßig fragen, ob die Operation ihm auch wirklich nützt oder ob sie lediglich dazu dient, den Geldbeutel des Arztes zu füllen. Und tatsächlich liegt der Verdacht aufgrund der hohen Operationszahlen in Deutschland nicht fern, dass zu viele Operationen durchgeführt werden, die aus medizinischer Sicht nicht nötig sind (siehe auch: <a href="http://www.aerzte-aerger.de/kniegelenke-wie-haufig-wird-denn-in-ihrer-region-operiert/">http://www.aerzte-aerger.de/kniegelenke-wie-haufig-wird-denn-in-ihrer-region-operiert/</a>). In bestimmten Fällen &#8211; auch zur Risikoabschätzung &#8211; ist es daher sicherlich sinnvoll, vor einem Eingriff eine ärztliche Zweitmeinung einzuholen. Dies hat auch die Große Koalition erkannt und daher in ihrem Koalitionsvertrag auf S. 79 festgehalten:</p>
<p style="text-align: justify;"><i>„Die Menschen müssen sich darauf verlassen können, dass nur Operationen durchgeführt werden, die auch tatsächlich medizinisch notwendig sind. Daher haben Patienten zukünftig regelhaft die Möglichkeit, eine Zweitmeinung bei einem weiteren Facharzt oder Krankenhaus einzuholen.  Dies betrifft vom GBA zu definierende mengenanfällige planbare Behandlungen. Die Ärzte müssen bei Indikationsstellung die Patienten über deren Recht zur Einholung einer Zweitmeinung verbindlich aufklären. Diese Aufklärung muss mindestens zehn Tage vor der Operation erfolgen. Die Kosten übernehmen die Krankenkassen.“ </i></p>
<p style="text-align: justify;">Beispielsweise die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) begrüßt dieses Vorhaben der Koalition. Die Regelung stärke das Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient, besonders, wenn auf Patientenseite Unsicherheit über die Notwendigkeit eines operativen Eingriffs bestehe.</p>
<p style="text-align: justify;">Es ist zu erwarten, dass das Vorhaben auf breite Zustimmung stoßen wird. Immerhin gab es schon in der Vergangenheit entsprechende Bestrebungen. Dazu zählt zum Beispiel das 2013 in den Asklepios Kliniken Nord und Harburg in Hamburg eingeführte Verfahren, wonach Patienten der Allgemeinchirurgie künftig bei allen Schilddrüsenerkrankungen eine Zweitmeinung aus der jeweils anderen Klinik erhalten sollen, denn gerade bei der Schilddrüse gebe es laut der Leitung der Allgemeinchirurgie der Asklepios-Klinik Harburg oft Befunde, bei denen ein unterschiedliches Vorgehen möglich wäre.</p>
<p style="text-align: justify;">Außerdem werden qualifizierte Zweitmeinungen bereits seit mehreren Jahren von den rund 1.500 Chirurgen angeboten, die sich im Berufsverband Niedergelassener Chirurgen (BNC) zusammengeschlossen haben. Bei dem Zweitmeinungsverfahren teilen Fachärzte nach Untersuchung und Auswertung der vorhandenen Daten dem Patienten ihre Meinung zu einer geplanten Operation mit.</p>
<p style="text-align: justify;">Ebenfalls wird ein Zweitmeinungsverfahren bereits von einigen Krankenkassen unterstützt: Die AOK Nordwest vermittelt ihren Versicherten in Schleswig-Holstein seit 2012 bei Krebserkrankungen und bei bestimmten schwerwiegenden orthopädischen Eingriffen die Zweitmeinung eines entsprechenden Spezialisten. Und die Barmer GEK bietet ihren Versicherten vor einer anstehenden Rückenoperation zunächst eine telefonische Beratung und sodann innerhalb einer Woche einen Termin bei einem niedergelassenen Rückenspezialisten in Wohnortnähe an.</p>
<p style="text-align: justify;">Des Weiteren wurde im Jahr 2011 von deutschen Chirurgen die Initiative „Vorsicht Operation“ gegründet, die seit 2012 durch das Unternehmen Medexo fortgeführt wird. „Medexo“ steht für „Medizinische Experten Online“. Um unnötige Operationen zu vermeiden, werden von dem Unternehmen Zweitmeinungen online angeboten.</p>
<p style="text-align: justify;">Ob man die ärztliche Zweitmeinung über das Medium Internet allerdings als sinnvolle Ergänzung zum vorherigen persönlichen Gespräch mit einem Arzt ansieht oder grundsätzliche Vorbehalte gegen solche Zweitmeinungsportale hat, kann an dieser Stelle zunächst dahinstehen <i>(zur Kritik an Internetärzten, die nicht eine Zweitmeinung, sondern bereits die Erstdiagnose anbieten, siehe:  </i><a href="http://www.aerzte-aerger.de/gehoren-internetarzte-bald-der-vergangenheit-an"><i>http://www.aerzte-aerger.de/gehoren-internetarzte-bald-der-vergangenheit-an</i></a><i>) </i>– jedenfalls aber dürfte durch dertarige Initiativen zum Ausdruck gekommen sein, dass insgesamt ein Bedarf an regelmäßigen Zweitmeinungen besteht und diese eine wichtige Maßnahme zur Patienteninformation darstellen. Insofern ist das Vorhaben der Koalition zu begrüßen; es dient sowohl der Stärkung des Vertrauensverhältnisses zwischen Arzt und Patient als auch der Qualitätssicherung.</p>
<p style="text-align: justify;">Zum Schluss bleibt aber die Frage offen, wie dies mit dem weiteren Vorhaben der Koalition zu vereinbaren ist, dass die Wartezeit bei Fachärzten verkürzt werden und höchstens vier Wochen betragen soll <i>(siehe auch: <a href="http://www.aerzte-aerger.de/was-dauert-langer-warten-auf-godot-oder-einen-arzttermin/">http://www.aerzte-aerger.de/was-dauert-langer-warten-auf-godot-oder-einen-arzttermin/</a>)</i>; möglicherweise besteht zwischen diesen beiden Bestrebungen der Koalition ein Widerspruch, da viele Arztpraxen derzeit ohnehin schon überlastet sind.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Quellen:</p>
<p>-          <a href="http://www.dgou.de/news/news/detailansicht/artikel/koalitionsvertrag-orthopaeden-und-unfallchirurgen-begruessen-recht-auf-zweitmeinung.html">http://www.dgou.de/news/news/detailansicht/artikel/koalitionsvertrag-orthopaeden-und-unfallchirurgen-begruessen-recht-auf-zweitmeinung.html</a></p>
<p>-          <a href="http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/55530/Regelmaessige-Zweitmeinung-bei-Schilddruesenerkrankungen-eingefuehrt">http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/55530/Regelmaessige-Zweitmeinung-bei-Schilddruesenerkrankungen-eingefuehrt</a></p>
<p>-          <a href="http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/54406/Zweitmeinungsverfahren-bei-niedergelassenen-Chirurgen-etabliert">http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/54406/Zweitmeinungsverfahren-bei-niedergelassenen-Chirurgen-etabliert</a></p>
<p>-          <a href="http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/52078/AOK-vermittelt-aerztliche-Zweitmeinung-bei-schwerwiegenden-Erkrankungen">http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/52078/AOK-vermittelt-aerztliche-Zweitmeinung-bei-schwerwiegenden-Erkrankungen</a></p>
<p>-          <a href="http://www.welt.de/print/welt_kompakt/print_wissen/article13557751/Aerztliche-Zweitmeinung-im-Web-ist-umstritten.html">http://www.welt.de/print/welt_kompakt/print_wissen/article13557751/Aerztliche-Zweitmeinung-im-Web-ist-umstritten.html</a></p>
<p>-          <a href="http://www.bncev.de/presse/presseinformationen/?tx_news_pi1%5bnews%5d=2&amp;tx_news_pi1%5bcontroller%5d=News&amp;tx_news_pi1%5baction%5d=detail&amp;cHash=841c491bcc606bc8b5ab2f13949e064c">http://www.bncev.de/presse/presseinformationen/?tx_news_pi1[news]=2&amp;tx_news_pi1[controller]=News&amp;tx_news_pi1[action]=detail&amp;cHash=841c491bcc606bc8b5ab2f13949e064c</a></p>
<p>&nbsp;</p>
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